WEIHNACHTSGEBÄCK AUS URGROSSVATER REHBEINS BACKBUCH

bischofsmützchen-3.jpg

Hallo Ihr Lieben,   

 

header-opa

 

wie heißt es doch so schön „In der Weihnachtsbäckerei …. „  gibt es bei mir heute dreierlei. Ich hatte die ehrenvolle Aufgabe für das Münster Magazin (http://www.muenster-magazin.com) dreierlei Weihnachtsgebäck aus dem alten Backbuch meines Urgroßvaters Julius Rehbein zu backen und zu fotografieren. Daher schon mal eins vorab, dieser BlogPost ist sehr lang, mein längster bisher, und ich hoffe ihr haltet bis zum Ende durch. Die Belohnung sind tolle Rezepte und Fotos.

 

Wer ist denn eigentlich dieser Urgroßvater? Zum einen könnte ihr ihn immer in meinem Header auf meinem Blog als naturgetreue Grafik bewundern, aber es gibt auch schon das eine oder andere Rezept von ihm auf meinem Blog. Julius Rehbein war mein Urgroßvater mütterlicherseits und gelernter Konditor. Seine Lehre absolvierte er in einer Konditorei in Wuppertal wo er auch seine spätere Frau Martha kennen gelernt hat.

Martha Rehbein war eine kleine zarte Frau aber voller Energie, Fleiß und Tatendrang. Julius Rehbein ein eher etwas stattlicherer Man der immer für eine gute Zigarre zu haben war. Bis hin zu seinem Tode war er immer mit einer Zigarre anzutreffen, anders kannte ich meinen Urgroßvater gar nicht 

 

julius-rehbein

 

Als mein Urgroßvater aus dem ersten Weltkrieg zurück kam war schon ein Teil des Gasthofes in Brockhagen, bei Bielefeld, eingerichtet und den Rest erledigten die beiden gemeinsam. Zum Gasthof gehörten Stallungen worin 8 Schweine, die im Laufe eines Jahres immer verarbeitet wurden, sowie 20 Hühner gehalten wurden.

Der Gasthof hatte neben der Küche, dem Schankraum und den Gasträumen noch einen kleinen Kolonialwarenladen, im OG eine Café und zu einem späteren Zeitpunkt Gästezimmer. In dem Kolonialwarenladen wurden keine Lebensmittel sondern Kleidung der Fa. Seidensticker und Zigarren – Rehbeins Hausmarke No. 40 verkauft.

 

gasthof-rehbein.jpg

zigarren.-rehbeins-no40.jpg

 

Interessant war, dass mein Urgroßvater seine Rezepte nur im Kopf, aber nirgends niedergeschrieben hatte. Daher machte sich meine Großmutter als junges Mädchen daran und auch später meine Mutter sich in die Küche zu stellen und mitzuschreiben. Mein Uropa hat nie ein Rezept diktiert sondern immer nur gesagt „Guck dir an was ich mache, das kannste dann aufschreiben“ deswegen sind viele Rezepte auch nie vollständig aufgenommen worden.

Diese alten Familien- bzw. Gasthofrezepte haben mich mein Leben lang begleitet da meine Großmutter und meine Mutter diese immer verwendet haben.

Die Rezepte meines Urgroßvater sind vielseitig, mit dem Schwerpunkt bei Kuchen und Plätzchen. Besonders das Weihnachtsgebäck ist mir immer noch in guter Erinnerung. Zu Hause gab es immer eine große Auswahl. Angefangen mit den Spekulatius hin über Lebkuchen, Bremer Brot oder den doch etwas knifflig zu formenden Bischofsmützchen.

Heute liegen diese beiden erwähnten Rezeptbücher bei mir und werden immer wieder eingesetzt.

 

Rezeptbuch

 

Vielleicht wird ja mal ein ganzes Koch-/Backbuch daraus, sofern sich ein Verleger dafür interessieren sollte.

Nun aber ab zum Backen in die Weihnachtsbäckerei. Fangen wir sofort mit dem kniffeligsten Weihnachtsgebäck an, den Bischofsmützchen. Dafür benötigt man etwas Fingerspitzengefühl.

 

bischofsmützchen-1.jpg

 

Man nehme

200 g Mehl; 70 g Zucker; 1 Pack. Bourbon-Vanillezucker; 125 g Butter (alt. Margarine); 2 Eigelb; Prise Salz; 1 TL Honiglikör mit Orange und Lebkuchen; 1 Eiweiß; 150 g Aprikosenmarmelade; 50 g Marzipanrohmasse; 50 g Rosinen; 60 g gehackte Mandeln; 1 Eigelb zum Bestreichen vor dem Backen

 Man mache

Mehl, Zucker, Vanillezucker mischen und die Butter in Flöckchen dazugeben. Zusammen mit den Eigelben, Salz und dem Honiglikör zu einem geschmeidigen Teig verkneten. In Folie eingewickelt für 45 min im Kühlschrank ruhen lassen.

Für die Füllung Marmelade, Marzipan und Rosinen in den Blitzhacker geben und kurz zerkleinern. Die gehackten Mandeln zugeben und alles gut vermischen. Den Teig ca. 2-3 mm dick ausrollen und runde Teigplatten mit einem Ø von 5 cm ausstechen. In die Mitte einen Klecks (ca. Bohnengröße) geben, den Rand mit dem verquirlten Eiweiß bestreichen und mit drei Fingern vom Rand her über der Füllung zusammendrücken, so dass ein einer „Bischofsmütze“ ähnelndes Gebäck daraus entsteht.

Die Mützchen auf ein mit Backpapier belegten Teller/Platte o.ä. legen und für 45 min in den Kühlschrank stellen.

Den Backofen auf 180 Grad (Umluft 165 Grad) vorheizen. Das Eigelb mit etwas Wasser verquirlen und die Mützchen damit bestreichen. Portionsweise im Backofen in ca. 20 min abbacken. Man kann die Bischofsmützchen nach dem Auskühlen noch mit etwas Puderzucker bestreuen.

 

bischofsmützchen-2.jpg

 

Das nächste Weihnachtsgebäck war jedes Jahr ein absolutes „must have“, allerdings mein Lieblingsweihnachtsgebäck kommt erst noch …. Das Bremer Brot ist so herrlich easy da fast alles auf einmal miteinander vermischt wird. Aber seht selbst.

 

 Man nehme

250 g Mehl; 190 g Zucker; 1 Pack. Bourbon-Vanillezucker; 125 g Butter zimmerwarm (alt. Margarine); 1 Ei; 1 TL-spitze Kardamom gemahlen; ½ TL Zimt, vorzugsweise Ceylon-Zimt; ¼ Tl Nelken gemahlen; ; 1 TL-spitze Koriander gemahlen; 50 g gehackte Mandeln; 50 g gehackte Haselnüsse (alt. Haselnüsse gehobelt); 1 gehäufter TL Kakaopulver; 1 EL Rübenkraut; ½ Pack. Backpulver; 100 g Puderzucker; 20 ml Wasser; einige Spritzer Zitronensaft; 150 g Kuvertüre mit 59% Kakaogehalt

 Man mache

Alle Zutaten, bis auf Puderzucker, Wasser, Zitronensaft und der Kuvertüre zu einem kompakten und geschmeidigen Teig kneten.

Den Backofen auf 170 Grad (Umluft 160 Grad) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen.

Aus dem Teig backblechlange Rollen formen, ca. Ø 3 cm. Immer drei Rollen auf ein Backblech legen, flach drücken und ca. 20 min abbacken. Aus dem Ofen herausnehmen und noch auf dem Backblech in schräge Streifen von ca. 3 cm schneiden. Mit den weiteren Rollen ebenso verfahren.

Puderzucker mit Wasser und einigen Spritzern Zitronensaft auflösen und die Plätzchen auf der Oberseite damit bestreichen. Trocknen lassen. Die Kuvertüre erwärmen und die Unterseite damit bestreichen.

 

bremer-brot

 

Nun kommen wir zum Höhepunkt der kleinen Weihnachtsgebäck-Trilogie. Meinem Lieblingsgebäck, den Lebkuchen. Auch sie sind schnell herzustellen und man hat danach die Freude am Genuss. Und wer so ein bisschen mit Schokolade rum ölen möchte ist bei dieser Sorte genau richtig, denn sie müssen zum Schluss komplett mit dunkler Schokolade bepinselt werden. Ist das nicht toll, zwischendurch immer mal die Finger mit der leckeren Schokolade abzuschlecken …

 

lebkuchen-1.jpg

 

Man nehme

5 Eier; 500 g Zucker; 900 g geriebene Mandeln, naturbelassen, 1 EL Honig; 100 g Orangeat; 100 g Zitronat; 3 EL Honiglikör mit Orange und Lebkuchen; 1 TL Ceylon-Zimt; 1 TL Ingwer; ½ TL Nelken gemahlen; 2 TL Neunerlei-Pfefferkuchengewürz (alt. Lebkuchengewürz); 1 TL Backpulver; Backpapier; Backoblaten Ø 70 mm; Kuvertüre mit 59% Kakaogehalt; 50 abgezogene Mandeln

 

lebkuchen-2.jpg

 

Man mache

Zitronat und Orangeat mit dem Likör gut vermengen und für ca. 30 min beiseite stellen. Kann auch schon am Tag zuvor gemacht werden.

Eier, Zucker, Honig und die Gewürze schaumig rühren. Die restlichen Zutaten, bis auf die abgezogenen Mandeln und die Kuvertüre hinzufügen und alles gut durchmengen.

Backofen auf 170 Grad vorheizen (Umluft 160 Grad). Backblech mit Backpapier auslegen und Backoblaten darauf verteilen. Nun mit einem Teelöffel größere Häufchen von der Lebkuchenmasse daraufsetzen und etwas andrücken. Im Backofen für ca. 20 min abbacken. Lebkuchen abkühlen lassen.

Kuvertüre erwärmen und die Lebkuchen damit bepinseln. Je Lebkuchen eine abgezogene Mandel mittig drauf setzen. Wenn die Kuvertüre fest ist kann man die überstehenden Ränder der Oblaten abbrechen.

 

lebkuchen-3.jpg

 

Geschafft, ihr habt drei Rezepte für leckeres Weihnachtsgebäck.

In den nächsten drei Wochen bis Heiligabend wird es auf meinem Blog nicht langweilig, denn ich habe für euch drei leckere Menüs kreiert. Ich werde diese in einzelne Posts getrennt nach Vorspeise, Hauptspeise und Dessert hier beschreiben und naturlich, ganz wichtig, das Rezept dazu verraten. Das heißt, es gibt zu dem Thema „Das Weihnachtsmenü“ insgesamt neun leckere Posts. Hinzu kommen Aperitif-Tipps und immer der passende Wein zu den einzelnen Gängen.

Am Dienstag geht es mit der Vorspeise für das erste Menü los. Also dran bleiben und hier habt Ihr schon mal einen ganz kleinen Einblick in meine Vorbereitungen.

 

labskaus-mousse.jpg

 

Jetzt wünsche ich euch ein schönes Wochenende und einen entspannten 2. Advent. Ich für meinen Teil gehe zum öffentlichen Weihnachtssingen vor Lamberti in Münster.

 

Genießt das Leben

Michael

 
Die Rezepte und die ganze Story könnt ihr im Münster Magazin nachlesen und alle Foodfotos die Ihr hier seht sind im Auftrag für das Münster Magazin gemacht worden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4 comments

  1. Liest sich alles gut an. Werde die Rezepte bisschen angepasst an meine Essgewohnheiten BALD Nachbacken 🙂 Danke für die Inspiration!

  2. Wow was für eine wahnsinnig tolle Geschichte! Ich finde es so schön, wenn die Tradition weitergeben wird! Toller Artikel Michael 🙂

  3. Danke schön für die tollen Rezeptideen und dass du uns deinen Urgroßvater vorgestellt hast!

    Liebe Grüße
    Kristin

  4. Lidebe Katalin,

    vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich wünsche Dir viel Spaß beim nachbacken und genießen.

    Liebe Grüße
    Michael

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.