Apfelzeit ist Kuchenzeit, oder? Ich habe für euch ein Apfelkuchen-Rezept für einen sehr leckeren Upside Down Apfel-Grießkuchen. Der ist von der Machart her mal etwas anders, als – Teig in die Form und Masse drauf. Darauf werde ich jetzt in meinem Text näher eingehen und auf die Frage „Welcher Apfel eignet sich am besten für Apfelkuchen“. Also auf geht’s.

⇩ zum Rezept ⇩

Fangen wir beim „schnöden“ Apfel an, dessen Ernte, je nach Sorte, meist im Spätsommer beginnt und bis in den Herbst hinein dauert. Ich finde ja wenn die Zeit der Apfelernte ist spürt man schon den Herbst sehr nahe. Das Sonnenlicht verändert die Farbe, sie ist nicht mehr so grell sondern bekommt mehr einen goldenen Farbton. Auch das Laub auf den Bäumen wechselt die Farbe, so dass alles wie ein tolles, buntes Blättermeer aussieht. In den USA und Kanada nennt man das „Indian Summer“. Hinzu kommen noch die verschieden farbigen Äpfel auf den Bäumen oder auch auf dem Wochenmarkt, wo sie zuhauf gestapelt zu sehen sind.

Was gibt es für Apfelsorten?

Ich werde hier jetzt keine Aufzählung der ganzen Sorten machen die man für einen Apfelkuchen, oder einfach nur so, verwenden kann. Denn, mal so „by the way „erwähnt, es gibt ca. 20.000 Sorten weltweit und ca. 2000 davon alleine in Deutschland. Unvorstellbar, oder?

Für mich sind die bekanntesten Sorten der Gravensteiner, der Cox Orange der einen leicht, würzigen Geschmack hat, oder der Elstar – ein süß-saurer Allrounder. Aber auch der saftig-saure Boskop und ein Apfel der mich schon seit meiner Kindheit „verfolgt“, der Golden Delicius mit seinen feinen Noten nach Anis.

Lecker ist auch der Braeburn, der Wellant – der dem Boskop vom Geschmack her nahe kommt -und der eher süße Jonagold, mit nur wenig Säure. Ihr werdet jetzt bestimmt noch ein paar weitere kennen, aber für mich ist hier erst einmal Schluss.

Wie ich oben schon erwähnt habe gibt es zwei Äpfel die schon meine Kindheit prägten, zumindest was den Genuss von leckeren Äpfeln anbelangt. Es ist der schon genannte Golden Delicius und der Boskop. Wir hatten von beiden jeweils einen großen Baum in unserem Garten stehen. Einen Teil davon haben wir immer in eine örtliche Mosterei gegeben und haben dann leckeren Apfelsaft dafür zurückbekommen, so dass wir quasi unsere Äpfel auch zum Trinken hatten.

Äpfel für Apfelkuchen-3

 

Welche Apfelsorte eignet sich am besten für Apfelkuchen?

 Damit wäre ich schon bei der Frage aller Fragen. Natürlich kann ich euch keine eindeutige Empfehlung geben, da es auf den Kuchen, auf die eigenen Geschmacksvorlieben und die Verfügbarkeit ankommt. Mit letzterem meine ich die Zeit nach der Apfelernte, denn die eine oder andere Sorte läuft im Laufe eines Jahres aus und ist nicht mehr verfügbar.

Mein „All Time Favorite“ ist und bleibt der Boskop, mit seiner saftigen Säure. Wenn er mal nicht zu erhalten ist nehme ich gerne den Wellant, oder den Elstar.

Kommen wir nun zur eingangs gestellten Frage. Generell muss man hier erst einmal die Äpfel in Tafeläpfel und Kochäpfel unterteilen. Für einen Apfelkuchen sind natürlich am besten die Kochäpfel geeignet, da sie im Kuchen, durch das Erhitzen, ihr volles Aroma entfalten können. Denn wenn man sie roh isst sind sie eher säuerlich.

Kleiner Exkurs! Ich hatte früher mal in meinem Garten einen Apfelbaum stehen – den Namen weiß ich nicht mehr – die Äpfel waren sowas von sauer, den konnte man echt nicht essen. Aber im Kuchen, als Kompott oder wie auch immer im erhitzten Zustand verwendet, war er einsame Spitze.

Die Äpfel für den Kuchen sollten im Kuchen schön ihre Form beibehalten – also nicht auseinanderfallen – und nicht allzu viel Saft abgeben. Daher ist nicht nur für mich, sondern wird auch von Backprofis empfohlen, der fruchtig-aromatische Boskop einer derjenigen der sich sehr gut für Apfelkuchen-Rezepte eignet. Und natürlich auch für meinen Upside Down Apfelkuchen. Aber alternativ sind zum Beispiel auch Elstar, Wellant oder Cox Orange dafür prima geeignet

Zutaten Apfel-Grießkuchen (1 von 1)

Mein Apfel zum Upside Down Apfel-Grießkuchen

Ich habe natürlich meinen heiß geliebten Boskop für meine Variante eines Upside Down Kuchen genommen. Daher möchte ich euch natürlich auch etwas zu dieser Sorte sagen.

Gemeinhin kennt jeder den Spruch „An apple a day, keeps the doctor away“. Da mag echt was dran sein, denn Äpfel sind nicht nur lecker sondern auch gesund, und sie sind fast das ganze Jahr über verfügbar. Sie sind hierzulande mit das beliebteste Obst, was unter anderem an der Sortenvielfalt und an deren tollen Geschmack liegt. Im Durchschnitt isst jeder Deutsche ca. 17 Kilogramm Äpfel pro Jahr. Der Apfel gehört zur Pflanzengattung der Kernobstgewächse, die ca. 42 – 55 Arten umfasst. Sie wachsen überwiegend in Europa, Asien und Nordamerika.

Jeder kennt ihn, viele mögen ihn. Aber seinen ganzen Namen kennen wohl die wenigsten, wozu ich mich auch zähle. Sein kompletter Name lauttet „Schöner aus Boskop“. Toller Name für einen Apfel, nicht wahr? Der Boskop ist eine zu den Renetten zählende Sorte und ist zu den sog. Winteräpfeln zuzurechnen. Sein ganz ursprünglicher Name hört sich eher adelig an. Er wurde „Renette von Montfort“ genannt. Dieser doch recht große Apfel, wiegt ca. 200 g und mehr. Er reift von Ende September bis Mitte Oktober und ist bis in den März haltbar. Geschmacklich gehört er zu den säuerlich schmeckenden Äpfeln, die aber trotzdem einen hohen Zuckergehalt aufweisen.

Upside Down Apfel-Grießkuchen (6 von 9)

Upside Down Apfel-Grießkuchen

Wie bin ich auf dieses Rezept gekommen, bzw. woher kommt meine Inspiration? Die Geschichte dazu ist ganz einfach. Anfang des Jahres besuchte mich mein Bruder und seine Frau. Sie brachten mir einen saftig, leckeren Orangen-Upside-Down-Kuchen mit, der oberlecker war. Der Kuchen hat das Wochenende nur fast überstanden. Am Montag konnte ich zum Nachmittagskaffee noch das letzte Stück genießen.

Ich fragte meine Schwägerin nach dem Rezept und sie verwies mich auf einen Link im TV. Dort wurde dieses Rezept in einer WDR-Sendung mit „Martina & Moritz“ gezeigt. Ich habe es mir dann in einer ruhigen Minute angeschaut und das Rezept kopiert. Nun hat es eine ganze Zeitlang in meinem Rezeptordner geschlummert, bis es jetzt vor kurzem wieder zum Vorschein kam. Da für mich jetzt die Apfelzeit ist habe ich kurzerhand das Rezept umgemodelt auf Äpfel. Allerdings habe ich der Saftigkeit halber einen kleinen Teil Orange im Rezept drin gelassen.

Den Kuchen herzustellen ist ganz einfach, halt anders herum. Man legt die Apfelstücke in eine gebutterte Form, streut etwas Grieß darüber und dann kommt der eigentliche Teig. Ab damit in den Ofen und nachher noch mit eingekochtem Orangensaft beträufeln. Danach heißt es am besten dem Upside Down Apfel-Grießkuchen erst mal Zeit zum Durchziehen geben. Ich konnte nur schwer der Versuchung Stand zu halten, ihn schon kurz nach dem Abkühlen anzuschneiden. Das habe ich aber nicht gemacht, da so ein Kuchen erst einmal durchziehen muss.

Also habe ich ihn einen Tag in der Küche stehen gelassen. Am nächsten Tag war es dann so weit. Er durfte angeschnitten werden. Und was soll ich sagen …. er war einfach nur lecker mit einer feinen Saftigkeit und einem tollen Apfelgeschmack. Ich hoffe ihr seid jetzt neugierig geworden und versucht ihn auch mal zu backen. Das Rezept für den Kuchen gibt es etwas weiter unten.

Meinen nächsten Post gibt es hier wieder am Freitag, den 21. Oktober mit einer neuen Rezension. Lasst euch überraschen.

Genießt das Leben und die herrliche Apfelzeit.

Michael

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Oma’s Greifswalder Apfelkuchen vom Blech

Apfel-Erdnuss-Scones 

Upside Down Apfelkuchen

Gericht: Apfelkuchen, Kuchen
Land & Region: Around the world, Deutschland
Keyword: Äpfel, Apfelkuchen, Kuchen

Anleitungen

  • 1 Bio-Orange
    400 g griechischerSahnejoghurt (10 % Fett)
    2-3 Äpfel, z.B. Boskop
    1 EL Zitronensaft
    10 g Hartweizengrieß, (alt. Maisgrieß)
    Teig
    100 g Butter, plus etwas für die Form
    4 Eier (Kl. M)
    1 Prise Salz
    1 Pack. Vanillezucker
    250 g Zucker
    300 g Hartweizengrieß (alt.Maisgrieß)
    2 Pack. Backpulver
    Außerdem
    Springform (24 cm Durchmesser),
    Butter für die Form
    Dickerer Holzspieß
  • ZUBEREITUNG
    Orange heiß waschen, trocken reiben, die Schale fein abreiben und den Saft auspressen. Es soll 250ml ergeben. Gegebenenfalls noch eine weitere Orange auspressen oder einen anderen Fruchtsaft (wie Apfelsaft, Maracujasaft o.ä) dazu nehmen.
    Joghurt mit dem Schalenabrieb verrühren und beiseite stellen.
    Äpfel schälen, achteln, entkernen und mit dem Zitronensaft mischen.
    Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen. Boden und Rand dünn mit Butter einfetten.
    Boden mit den Apfelstücken kreisförmig belegen und 10 g Grieß darüber streuen.
    Teig
    Backofen auf180 Grad Celsius (Umluft 160 Grad) vorheizen.
    Butter im Topfzerlassen.
    Eier, Salz, Vanillezucker und 150 g vom Zucker in eine Schüssel geben und mit den Quirlendes Handrührers, oder in einer Küchenmaschine, für 8–10 Minuten sehr cremig rühren, dann das Orangenjoghurt und die flüssige Butter unterrühren.
    Den restlichen Grieß und das Backpulver in einer Schale vermischen und mit einem Schneebesennach und nach locker unter den Teig heben. Teig über die Apfelstücke in die Springform füllen.
    Auf der 2.Schiene von unten ca. 35–40 Minuten backen. Nach ca. 25 Minuten mit Alufolie bedecken, da sonst die Oberfläche verbrennt.
    In der Zwischenzeit den restlichen Zucker in einem kleinen Topf hellbraunkaramellisieren lassen. Mit dem Orangensaft ablöschen und bei mittlerer Hitzeoffen für ca. 10 Minuten köcheln lassen. Beiseite stellen und mindestens 10Minuten ziehen lassen.
    Kuchen aus dem Ofen nehmen. Für 10 Minuten auf einem Gitter abkühlen lassen.
    Anschließend den Kuchen mit einem Messer am Formrand lösen, auf eine Platte stürzen und mit einem Holzspieß mehrfach tief einstechen.
    Orangen-Sirup durch ein feines Sieb gießen. Sirup nach und nach über den Kuchen gießen. Auskühlen lassen.
    Den abgekühlten Apfel-Grießkuchen mit etwas Puderzucker leicht bestäuben und mit Pinienkernen belegt servieren.