Pickert — Westfälischer Kastenpickert

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Hallo Ihr Lieben!

In meiner Kindheit und auch heute noch gibt es im Winter immer Pickert. Es ist ein herzhaft-süßes Abendessen, das man eher gegen 18 Uhr zu sich nimmt, da es doch etwas schwerer im Magen liegt. Pickert habt ihr wahrscheinlich noch nie gehört. Daher will ich euch jetzt mal ein wenig aufklären.

 

Was ist eigentlich Pickert? Pickert ist eine regionale Spezialität aus Ostwestfalen-Lippe und angrenzenden Gebieten, wie dem südöstlichen Teil des Osnabrücker Landes. Er wird, je nach Region, in vier verschiedenen Varianten zubereitet.

Heute stelle ich euch als erstes den Kastenpickert vor. Die anderen Varianten werde ich in einem meiner nächsten BlogPosts vorstellen. Der Kastenpickert ist im Raum Bielefeld und Gütersloh sehr verbreitet. Er wird in einer Kastenbackform, wie ein Brot, gebacken. Nach dem man ihn über Nacht hat auskühlen lassen wird er in Scheiben geschnitten und in einer Pfanne mit heißem Butterschmalz gebraten. Gegessen wird der Pickert mit Butter, aber auch mit Rübenkraut, selbst gemachter Marmelade und in einigen Gegenden sogar mit grober Leberwurst. Letzteres habe ich auch mal ausprobiert und es hat, trotz anfänglicher Skepsis, wirklich gut geschmeckt. Zum Pickert wird häufig schwarzer Tee getrunken, oder ein schönes Pils. Ich trinke zum Beispiel sehr gerne das Jubilate von Pinkus Müller dazu. Natürlich schmeckt auch ein guter Kaffee dazu. Mehr darüber erfahrt ihr bei Koch und Küche.

Eine sehr schöne Tradition sind die sogenannten Pickertwanderungen. Man trifft sich mit Freunden oder der Familie am Nachmittag und geht erst einmal ca. 1,5 – 2 Stunden spazieren. Damit einem unterwegs nicht durstig wird nimmt man heiße Getränke in Form von Glühwein oder Kakao mit. Je nach Wunsch mit oder ohne Schuss. Nach der Wanderung hat man dann entsprechend Appetit und freut sich auf eine warme Stube und eine leckere Portion Pickert. Nun aber genug mit der Geschichte. Jetzt holt die Kartoffelreibe raus und los geht’s. Das Rezept ist ganz einfach.

 

 

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Man nehme für das Rezept Westfälischer Pickert

1,5 kg Kartoffeln

100 ml heiße Milch

1 Würfel Frischhefe

5 Eier

1 TL Salz

600 g Mehl

1 Prise Zucker

200 g Rosinen

außerdem

Brotbackform, ca. 35 x 13 (oder zwei kleinere Formen)

etwas Öl zum Einfetten

 

 

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Man mache

Die Kartoffeln waschen, schälen und anschließend auf einer Reibe mittelfein reiben. Die geriebenen Kartoffeln in einen Durchschlag geben, damit ein Teil des Kartoffelwassers abläuft.

Die geriebenen Kartoffeln mit Salz, Zucker und den Eiern in eine Schüssel geben und gut miteinander vermischen. Die heiße Milch zugeben und die Hefe rein bröckeln. Nach und nach das Mehl zugeben und in der Küchenmaschine ca. 5 Minuten kneten bis ein schwer-reißender Teig entsteht. Den Teig mit einer dünnen Mehlschicht bestreuen und an einem warmen Ort 60 Minuten gehen lassen. Nun die Rosinen unterheben, in die mit etwas Öl ausgepinselte Kastenform füllen und noch einmal 30 Minuten gehen lassen. In dieser Zeit den Ofen auf 180 Grad (keine Umluft) aufheizen. Die Form auf der 2. Schiene von unten ca. 50 – 60 Minuten backen. In der Form auf einem Kuchenrost auskühlen lassen. Am nächsten Tag den Pickert aus der Form stürzen und in fingerdicke Scheiben schneiden. Anschließend in Butterschmalz portionsweise goldbraun backen.

 

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Jetzt lasst euch diese Spezialität aus meiner Heimat gut schmecken und noch einen schönen Abend.

 

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Genießt das Leben!

Michael

Ich habe noch ein paar deftige Rezepte für dich, auf meinem Blog.

Sülze

Geschmorter Ochsenschwanz

Zwiebelrostbraten

4 comments

  1. Hallo Michael,
    der Pickert sieht echt toll aus und ist genau mein Geschmack – auf Mehlspeisen fahre ich total ab und Kartoffeln esse ich sowieso gerne 🙂
    Ich glaube, dass probiere ich zuhause bei meiner Familie mal aus, das könnte denen auch gefallen. Hoffentlich schaffe ich dann noch ein vernünftiges Foto zu machen. Wenn bei uns sowas Leckeres aus dem Ofen kommt, sitzen alle immer schon am Tisch und wollen direkt probieren 😀

    Viele Grüße und einen schönen Sonntag,
    Patricia

  2. Hallo Michael,
    ich bin ja Ostwestfälin (sogar Lipperin :D) und kenne Kastenpickert gar nicht! Nur die für mich klassische wie Reibekuchen in Fett ausgebackene Variante. Aber das mit der Kastenform klingt super praktisch! Das werde ich mal probieren 🙂 aber nur süß – ich bin nicht so für die Variante mit Leberwurst 😉
    Liebe Grüße
    Hannah

  3. Hallo Michael ,ich bin auch eine echte Westfälin und bei meiner Oma gab es immer Pfannen Pickert mit Apfelmus weil ich kein Rübenkraut Fan bin 🙂
    Dein Kastenpickert sieht super lecker aus !! und ich werde es mal nach kochen . Liebe Grüße Regina

  4. […] wünsche euch viel Genuss mit Püfferchen und Lappenpickert, sowie einen entspannten Abend. Am Samstag gibt es dann wieder […]

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