Hallo Ihr Lieben!

Ich habe ein wenig in meinen alten Rezeptbüchern geblättert und bin dort auf meinen Lieblingsapfelkuchen – den Greifswalder Apfelkuchen – gestoßen. Wobei ich zu meinem Entsetzen festgestellt habe, dass ich den in diesem Jahr noch gar nicht gebacken habe. Das habe ich jetzt aber ganz schnell nachgeholt.

Es ist ein altes Familienrezept, dass meine Großmutter 1929 – mit Kopfhörern vor dem Weltempfänger (so hieß das Radio damals …) sitzend – bei einer Radiosendung mitgeschrieben hat.

 

 

Rezeptbuch

 

Schon zu meiner Kindheit war ich bei dem Kuchen hin und weg. Immer wenn meine Großmutter den Kuchen, der ja ein Blechkuchen ist, gebacken hatte hat sie angerufen und ich bin dann die ca. 300 m zu ihr gelaufen und habe den teilweise noch warmen Kuchen genossen. Ab und zu gab es auch mal Zimt-Sahne oder eine Kugel selbstgemachtes Vanilleeis dazu. Das war für mich als Kind und Jugendlicher und ist bis zum heutigen Tage immer wieder ein echter Genuss.

Diesen Greifswalder Apfelkuchen möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten. Aber vorher möchte ich Euch mal zeigen in wie wenig Sätzen meine Großmutter mitgeschrieben hat: „… soviel Mehl, dass der Teig sich ausrollen lässt, gut die Hälfte des Teiges für den Boden. Den Boden mit Apfelscheiben belegen mit Korinthen oder Rosinen und Zucker und Zimt bestreuen. Die andere Hälfte des Teiges ausrollen und darüber legen. 1 Eigelb schlagen, damit bestreichen und schräg schneiden“

 

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Soweit die Mitschrift. Diese wurde natürlich im Laufe der Jahrzehnte schon noch genauer gefasst und kleine Änderungen bzw. Optimierungen kamen hinzu.

Man nehme für das Rezept Greifswalder Apfelkuchen

500 g Mehl, und etwas zum bearbeiten

200 g Butter, in Stücken

1 Pack. Bourbon-Vanillezucker

1 Ei (Größe M)

4 EL Zucker

1 TL Backpulver

Prise Salz

75 ml Wasser

Saft von ½ Zitrone

1,25 kg Boskop, oder eine andere säuerliche Apfelsorte

220 g Rosinen

4 EL Rum 40%

60 g gehackte Mandeln

80 g Zucker & Zimt-Mischung, ich habe hier Ceylon-Zimt verwendet

1 Eigelb

 

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Man mache

Die Rosinen mit dem Rum vermengen und beiseite stellen. Man kann dieses auch schon am Abend vorher machen, dann ziehen die Rosinen länger durch und nehmen den Rumgeschmack besser an.

Mehl, Butter, Vanillezucker, Zucker, Ei, Backpulver, Salz und das Wasser zu einem geschmeidigen Teig verkneten. In Folie einwickeln und für ca. 45 min in den Kühlschrank legen.

Äpfel waschen, halbieren und entkernen. Mit Zitronensaft beträufeln damit sie nicht braun werden. Backblech mit Backpapier belegen.

Den Teig aus dem Kühlschrank holen und die Menge halbieren. Die eine Hälfte auf die Größe eines Backbleches ausrollen und das Blech damit belegen. Die halben Äpfel in Scheiben schneiden und „geschindelt“ (s. Foto) auf den Teig legen.

Die eingeweichten Rosinen und gehackten Mandeln darauf geben und mit Zucker & Zimt bestreuen. Den Backofen auf 175 Grad vorheizen.

 

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Die andere Hälfte des Teiges ebenfalls auf Blechgröße ausrollen und auf die Apfelmasse legen. An den Rändern andrücken, überschüssigen Teig abschneiden. Ein Eigelb schlagen und den Teig damit bestreichen. Nun „Deckteig“ über Kreuz schräg einschneiden. In den Backofen schieben und für ca. 40 min backen.

 

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Abkühlen lassen und bei Bedarf noch mit etwas Puderzucker bestreuen. Am besten den Greifswalder Apfelkuchen leicht warm genießen mit einer Zimt-Calvados-Sahne oder leckerem selbstgemachtem Vanilleeis.

Da es draußen schon herbstlich kalt ist habe ich mit einen leckeren Apfel-Sirup gemacht, ihn mit etwas Wasser und Minze aufgekocht und dazu getrunken. Ich wünsche Euch viel Genuss mit Omas Greifswalder Apfelkuchen und ein schönes Wochenende.

Genießt das Leben!

Michaelerken

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4 Kommentare
  1. Julia Erdbeerqueen
    Julia Erdbeerqueen sagte:

    Oh, wie toll, wenn man Zugriff auf solche Rezepte hat. Deine Bilder sind so toll Michael!
    Ich habe auch ein altes Kochbuch von der Oma meines Freundes bekommen, das von ihrer Oma stammt.
    Die Eiangaben sind ziemlich lustig 😀 Bitte 24 Eigelb einschlagen…öhmja

  2. Ronja
    Ronja sagte:

    Solche Rezepte von Omi sind doch Gold Wert! Und der Kuchen sieht so unglaublich köstlich aus. Den muss ich ganz dringend nachbacken!

  3. Diana
    Diana sagte:

    Ich liebe die alten Handgeschriebenen Rezepte von meinen Großeltern. Ich werde den Kuchen auf jeden Fall bald ausprobieren. 🙂

  4. John
    John sagte:

    Der Kuchen sieht richtig lecker aus! Und die Geschichte dahinter ist auch interessant. Toll, dass manche Sachen über mehrere Jahrzehnte erhalten bleiben.

    Liebe Grüße!

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