Dibbelabbes – ein herzhaftes Kartoffelgericht – Pottkieker 2018 – 7

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Hallo ihr Lieben!

Heute kommt die saarländische Küche ins Münsterland, denn ich habe Janny in ihrem Koch- und Keramikstudio ARTCUISINE besucht. Dort hat sie für mich Dibbelabbes gekocht, das Gericht mit dem sie sich zur Teilnahme bei meiner Aktion POTTKIEKER 2018 angemeldet hatte.

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Dibbelabbes (mundartlich für „Topflappen“), Dibbekoche oder auch Schales ist ein im Hunsrück, in der Eifel, im Saarland, Rheinland und dem Westerwald verbreitetes Kartoffelgericht. Es ist quasi ein Auflaufgericht, bei dem eine Masse (Labbes) in einem gusseisernen Topf/Bräter (Dibbe), oder auch großer Pfanne gegart wird. Ein weiterer Unterschied besteht darin, das im Saarland Dibbelabbes aus Kartoffeln, Zwiebeln und Lyoner in einer großen Pfanne gebraten wird.  Aber auch von Familie zu Familie gibt es wieder Unterschiede. Janny hat ihr Dibbelabbes u.a. mit Lauch und geräuchertem Speck zubereitet. Letzteres aber nur weil es in Münster keine Original Lyoner zu kaufen gibt.

Die Bewerbung

Bei Janny fand ich schon ihre Bewerbung sehr interessant, gespickt mit Anekdötchen die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Sie schrieb mir „Ich bewerbe mich mal und Du darfst gerne bei mir in de dibbe gugge.“ Du merkst schon es wird etwas Saarländisches geben, dass mittlerweile über die saarländische Grenze hinaus bekannt ist, Dibbelabbes. Womit wir wieder beim „Dibbe“ = Pötte = Topf sind. Denn den Deckel dazu habe ich in Münster gefunden und bin seit 15 Jahren mit einem „Ureinwohner“ Münsters verheiratet.“

Nach 17 Jahren und zurückblickend sagt sie, die Münsteraner sind anders als die Saarländer. Nicht Besser und auch nicht Schlechter, sondern einfach anders. Dazu zwei Anekdötchen:

„Schneespaziergang mit meinem Mann in Saarlouis, alle Spaziergänger die uns begegnen, Guten Tag. Mein Mann zu mir, kennst Du die etwa Alle?? NEIN, das nennt man Freundlich sein und Begrüßung.“

„Die ersten Weihnachten bei meiner Familie. Nach 3 Stunden fragt mein Mann, macht ihr auch noch etwas anderes als Essen?? Nö, nicht wirklich!“

Nach den Anekdötchen kommen jetzt mal die Fakten auf den Tisch, denn ich habe Janny natürlich auch diverse Fragen gestellt und einige Antworten möchte ich euch nicht vorenthalten.

 

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Was bedeutet Kochen und Backen für Dich?

„Ich bin eine Köchin, Backen eher weniger. Es ist Leidenschaft, dann damit wird der Saarländer geboren. Im Saarland läuft ohne Essen nichts. Dort lautet ein Spruch – Hauptsache gut gegessen, gearbeitet haben wir schnell.“

Was bedeutet Essen für Dich?

„Das ist für mich absolute Lebensqualität.“

Welchen Küchentipp kannst Du meinen Lesern mit auf den weg geben?

„Neugierig bleiben, man lernt immer etwas dazu.“

Janny ist mit dem Kochen groß geworden nach dem Motto „Wir haben einfach nur gemacht.“ Beim Kochen legt sie besonders Wert auf die Frische und Qualität der Zutaten. In der Küche fehlt es ihr im Prinzip an nichts, denn wenn etwas fehlt ist die Kreativität gefragt es zu ersetzen. Ihre Inspirationen beim Kochen holt sie sich ganz viel durch ihre Urlaubsreisen. Denn „wir gehen immer dahin wo die Einheimischen hingehen“, aber auch durch Kochbücher.

Wenn sie nicht gerade in ihrer Koch- und Keramikschule ist gehört zu ihren Hobbys das Lesen und Musik hören. In Bezug auf das Kochen neugierig sein, es bleiben und alles ausprobieren. Ihr seid jetzt bestimmt auch neugierig auf das Rezept. Dann mal los.

 

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Man nehme für das Rezept Dibbelabbes

2 kg Kartoffeln

200 g geräucherter Speck

2 dünne Stangen Lauch

2 Eier (wer mag)

1 dicke Zwiebel

1 Knoblauchzehe (wer mag)

Meersalz

schwarzer Pfeffer

 

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Man mache

Die Kartoffeln schälen, waschen, trocken tupfen und grob reiben. Die Kartoffelmasse in ein Geschirrtuch geben und fest ausdrücken. Den Lauch putzen, fein schneiden, waschen und trockenschleudern. Die Zwiebel und die Knoblauchzehe schälen, fein reiben und zur Kartoffelmassen zusammen mit dem Lauch geben. Das Öl im Gussbräter erhitzen die Kartoffelmasse reingeben und unter ständigem Wenden immer wieder in Stücke zerreißen und knusprig braten. Ich gebe den Speck und den Lauch ca. 15 Minuten vor Ende der Garzeit dazu. Am Ende würzen.

Möchte man das Gericht als Schales ausprobieren dann geht man wie folgt vor: Backofen auf 200 C vorheizen. Kartoffeln schälen und mit der Zwiebel fein reiben. Lauch kleinschneiden. In einer Schüssel mischen. Ei, Salz, Pfeffer und Muskatnuss verquirlen und dazugeben. Dörrfleisch fein würfeln. In einer leicht geölten gusseisernen Pfanne knusprig anbraten. Kartoffelmasse darauf geben. Abdecken und 75 Minuten garen, dann ohne Abdeckung nochmals etwa 20 Minuten garen bis sich oben eine schöne braune Kruste gebildet hat.

 

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Serviert wird Dibbelabbes mit Apfelmus, oder Apfelkompott, oder Endiviensalat. Ich hoffe ihr seid jetzt auf den Appetit gekommen und es juckt euch in den Fingern dieses leckere Rezept einmal auszuprobieren.

Wenn ihr selbst auch interessante Rezepte habt dann meldet euch einfach, da die Aktion noch läuft könnt ihr euch mit einem Rezept und der Geschichte dahinter bei mir melden (in der Kommentarfunktion). Sofern ihr in Münster oder dem Münsterland wohnt komme ich vorbei, ihr kocht dann und ich fotografiere. Am Samstag geht es weiter mit dem 8. Bericht, es wird gehupft…. Lasst euch überraschen.

Genießt das Leben!

Michael

 

Hier findet ihr die letzten Berichte  

Husarenknöpfe                                       

Brot und Tatar                                         

Safran-Reis-Pudding                              

Zwiebelfleisch                                          

Kartoffelsuppe mit Apfelküchlein        

Penne mit scharfer Tomatensauce    

 

Das Logo für meine Aktion POTTKIEKER 2018 wurde von der lieben und kreativen Marie Krokant by Löwenpudeldesign  erstellt. Vielen Dank dafür.

 

 

One comment

  1. […] Münsterer Dautenpflänzer von der Nahe, vom Weingut Kruger-Rumpf *  Morgen geht es dann mit dem Hauptgang weiter. Seid gespannt, es wird lecker und leicht werden […]

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