Tatar und No-Knead Brot vom Feinsten – Pottkieker 2018-2

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Hallo ihr Lieben! 

Getreu dem Motto SalzigSüssLecker gibt es heute etwas salziges, nämlich Tatar und No-Knead Brot. Das Tatar ist insofern etwas Besonderes bzw. Seltenes da es mit Pferdefleisch gemacht worden ist, was man heutzutage eher seltener antrifft. Ich kann verstehen wenn jetzt der/die eine sagt Igitt, aber ich fand zum einen die Geschichte die dahinter steht sehr interessant und zum anderen interessierte es mich auch wie dieses Tatar schmeckt. Eines schon mal vorab Tatar und No-Knead Brot schmeckten mir sehr gut. Nun aber erst einmal zur Familiengeschichte hinter dem Tatar.

 

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Dirk ist gebürtiger Münsteraner, der aber aus beruflichen Gründen in Dortmund arbeitet, als Radiologe. Für dieses Gericht hat er sich morgens von Dortmund nach Münster aufgemacht um mir Tatar und No-Knead Brot zu präsentieren. Für diese Mühen bin ich Dirk sehr dankbar.

Das ist die Geschichte von Dirks leckerem Tatar: „Als ich angefangen habe, meine Begeisterung für Tartar zu entdecken, erzählte mir meine Mutter von meinem lange verstorbenen Großvater. Meine Großeltern lebten in Solingen und hatten fünf Kinder, nach dem Krieg arbeiteten sie sehr hart, um die Familie zu ernähren und allen Kindern eine gute Ausbildung möglich zu machen. Mein Großvater war ein sehr fleißiger und extrem bescheidener Mann, der sich selbst keinen Luxus gönnte – außer einmal pro Woche am Sonntag ein Steak Tartar, das meine Großmutter für ihn machte.

 

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Diese Großmutter lebte während meiner Kindheit neben einer Ross-Schlachterei. Mein Großvater hat zwar meines Wissens nach nie Tartar aus Pferdefleisch gegessen, wir bekamen aber als Kinder sehr oft bei Oma Pferd zu essen. Aus diesem Grund habe ich die beiden Dinge kombiniert.“

Natürlich habe ich Dirk während er am schnippeln und backen war ein paar Fragen gestellt, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

Was bedeutet Kochen/Backen/Essen für Dich? Ist das eine Leidenschaft?

„Kochen ist eine Leidenschaft und eine Lebensnotwendigkeit für mich. Ich koche fast jeden Tag nach der Arbeit, oft nur für mich alleine. Es entspannt und erdet mich. Ich werde dazu gebracht, mich jeden Tag aufs Neue mit den Dingen zu beschäftigen, die ich esse. Das inspiriert mich, täglich mehr zu lernen.“

„Essen ist eines der wichtigsten Dinge im Leben. Nicht nur formen wir unseren Körper mit dem, was wir essen; unsere Geschmäcker sind ein integraler Teil unserer Persönlichkeit. Essen ist eine sprachen- und kulturübergreifende Art der Verständigung, eine einmalige Basis, mittels der man mit anderen Leuten zusammen kommen kann. Ein gemeinsames Mahl verbindet Freunde, Fremde, Verliebte wie Partner, Familien und Verwandte. Ich halte das gemeinsame Essen in der Familie für eine der wichtigsten Dinge überhaupt, um ein gutes Zusammenleben zu schaffen.“

Was ist dein liebstes Küchengerät zu Hause?

„Ein gutes 21 bis 24cm klassisches Kochmesser / Gyuto.“

 

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Worauf kannst Du beim Kochen und Backen nicht verzichten?

„Die wichtigste Sache überhaupt, man kann es gar nicht oft genug sagen: Probieren, probieren, probieren. Ich selber mache mich dieses Fehlers auch immer wieder schuldig. Die einzige Art, wie man wissen kann, ob das Essen in Ordnung ist oder ob es noch etwas braucht, ist, es zu probieren. Selbst wenn man das Gericht schon zwölftausend mal gekocht hat.“

Seine Inspirationen bezieht Dirk unter anderem aus Kochbüchern, von diversen Blogs, aber mehr und mehr auch von YouTube die sehr sehenswerte Videos haben. Dazu gab er mir noch einen Buchtipp mit auf den Weg „Nose to Tail Eating“ von Fergus Henderson.

Wenn Dirk einkaufen geht kauft er meistens Regional-Bio ein. Er kauft was gut aussieht und lässt sich dann etwas einfallen was er daraus machen kann. Wichtig ist für ihn mit den Leuten, die die Lebensmittel anbieten, zu sprechen und sich darüber zu informieren.

 

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Man nehme und mache Tatar und No-Knead Brot

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Pro Person: 100-120g Pferdefleisch (alt. Rindfleisch) mit dem Messer hacken. Je zarter das Fleisch, desto größer kann man die Stücke lassen. Jeweils pro Person eine halbe große oder eine kleine Schalotte fein hacken, 1-2 Sardellen fein hacken und 1 TL Kapern grob hack. 1 großer TL milder Löwensenf, ein ordentlicher Schuss Worcestershiresauce, ein Schuss Tabasco, ein kleiner TL Mayonnaise (abhängig vom Fettgrad des Fleisches), ein Eigelb, Salz, Pfeffer, gehackte Petersilie und Schnittlauch (und eventuell Kerbel, wenn zur Hand) zu einem Dressing verrühren und unter das gehackte Fleisch mischen.

 

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No-Knead Brot

Dieses Brot steht auf zwei wichtigen Säulen: Einmal ist es No-Knead, wird also nicht geknetet, sondern mit einer hohen Hydratation und wenig Hefe lange gehen gelassen. Und zweitens wird es nicht auf einem Stein sondern in einem Bräter gebacken. Das verdampfende Wasser aus dem Brot sorgt in dem sehr kleinen Raum für die ausreichende Feuchte, der Bräter für die große notwendige Hitzekapazität und für einen guten Ofentrieb. Insgesamt ist das Brot extrem unaufwändig. Für ein 500g-Brot ist ein Bräter der Größe 3,5 bis 4,5l gut geeignet, dabei kann alles verwendet werden, solange es nur einen Deckel hat: Gusseisen, Ton, Glas, Keramik, Edelstahl.

 

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Das Rezept dazu

500g Mehl (405 / 550 Weizen / 630 Dinkel; Vollkornzugabe bis 5% kein Problem)

70% handwarmes Wasser

3% Salz

1/4 TL Trockenhefe, optional 1/2 TL inaktives Backmalz

Trockene Zutaten grob mischen, Wasser zugeben und verrühren, bis keine Klumpen mehr vorhanden sind. Mit Klarsichtfolie abdecken und 18-24h gehen lassen. Wenn man es nicht sofort backen möchte, kann der Teig für bis zu 3 Tage in den Kühlschrank, dann eine Stunde mehr für die Rückkehr auf Zimmertemperatur einplanen. Teig auf eine gut bemehlte Fläche auskehren und vorsichtig etwas auseinander ziehen. Einmal längs und einmal quer in drei Teile falten, dann vorsichtig einen Ball formen. Ein Holzbrett großzügig bemehlen und den Teigballen mit dem Schluss nach unten ablegen. Teig auch von oben gut bemehlen und mit einem Küchentuch abdecken. Für 1 – 2 Stunden gehen lassen. Den Bräter mit Deckel ca. eine halbe Stunde bei 250°C vorheizen. Teig mit dem Schluss nach oben in den Bräter plumpsen lassen, Deckel drauf, ab in den Ofen. Nach 30 Minuten das Brot aus dem Bräter nehmen und bei 230°C für 15 Minuten auf einem Rost zu Ende backen. Vor dem Anschneiden auskühlen lassen.

Auf den Teller

Jetzt muss nur noch Tatar und No-Knead Brot zusammen gebracht werden. Das Tatar wird auf einem Teller angerichtet, in die Mitte kommt ein Eigelb. Dann würzt es jeder für sich nach seinem Geschmack. Dazu noch eine Scheibe von diesem sensationellen No-Knead Brot und alles ist perfekt. Lasst euch das Tatar und No-Knead Brot gut schmecken.

 

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Wenn ihr selbst auch interessante Rezepte habt wo ihr denkt die sollte ich mal backen, oder kochen dann schickt sie mir bitte einfach. ODER, da die Aktion noch läuft könnt ihr euch mit einem Rezept und der Geschichte dahinter bei mir melden (in der Kommentarfunktion). Sofern ihr in Münster oder dem Münsterland wohnt komme ich vorbei, ihr kocht dann und ich fotografiere. Am Samstag geht es weiter mit dem 3. Bericht, etwas Süßem aus Persien. Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

 

Genießt das Leben!

Michael

 

Hier findet ihr den letzten Bericht über die Husarenknöpfe  

 

Das Logo für meine Aktion POTTKIEKER 2018 wurde von der lieben und kreativen Marie Krokant by Löwenpudeldesign erstellt. Vielen Dank dafür.

One comment

  1. […] Hier findet ihr die letzten Berichte:              Husarenknöpfe               Tatar und No-Knead Brot […]

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